Stefan Schwartze bringt gute Nachrichten aus Berlin: 1,6 Millionen Euro Bundesförderung für „Archäologisches Fenster am Münster“ – Geld auch für Bürgerbahnhof Vlotho, Werburg Spenge und Crüwell-Haus Herford

Johannes Kahrs und Stefan Schwartze
Die Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs und Stefan Schwartze haben gute Nachrichten für den Kreis Herford

Berlin/ Herford. Viel Geld für unsere heimische Denkmalpflege und Kultur. Der Kreis Herford erhält Bundeszuschüsse von knapp 1,7 Millionen Euro. Das beschloss der Haushaltausschuss des Bundestages am 10. November 2016.

Insgesamt werden im Kreis Herford vier Projekte aus dem Kulturetat des Bundes bezuschusst. Den Großteil des Geldes erhält in Höhe von knapp 1,6 Millionen Euro das geplante ‚Archäologische Fenster am Münster‘. Aber auch für den Bürgerbahnhof Vlotho, die Werburg in Spenge und das Crüwell-Haus in Herford sind Bundesmittel bewilligt. „Das hat soeben der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages beschlossen“, teilt der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze mit. „Ich freue mich sehr für alle vier Projekte im Kreis, die aus Berlin unterstützt werden. Besonders in Herford kann mit der Förderung für das Archäologische Fenster ein großer Schritt gemacht werden, um der überregional bedeutenden Stiftsgeschichte im Mittelalter einen angemessenen Platz zu geben.“

Die gute Nachricht überbrachte Schwartze telefonisch auch dem Herforder Bürgermeister Tim Kähler. Die Stadt hatte vor einigen Wochen den jetzt erfolgreichen Förderantrag gestellt. „Ein tolles Ergebnis eines langen Engagements von vielen Akteuren in unserer Stadt, das durch die Entscheidung des Bundestages gewürdigt wird“, kommentiert Bürgermeister Tim Kähler die Förderzusage aus Berlin. „Durch die Bundesförderung können wir diesen Bereich nun stadtgeschichtlich und städtebaulich hervorheben.“ Sowohl Stefan Schwartze als auch der Herforder Bürgermeister hatten sich intensiv für die Aufnahme in die Förderliste des Bundes eingesetzt.

In der Projektbeschreibung heißt es zur historischen Einordnung, in Herford sei bereits 789 das erste Kloster im sächsischen Gebiet gegründet worden. Es handele sich dabei um ein Frauenkloster. Die Bedeutung der Frauen als Trägerinnen der geistlichen Zentren, die für die Christianisierung aber auch für die Bildung von größter Bedeutung gewesen sind, sei bisher im öffentlichen Bewusstsein nicht präsent. Die Wahrnehmung werde von den Bischofssitzen und den Männerklöstern dominiert. Herford werde dieses Bild verändern. Das Kloster sei seit der Karolingerzeit in ganz Europa als Schul- und Bildungseinrichtung berühmt gewesen. Als einzige Frau in Deutschland besaß die Äbtissin von Herford seit dem Mittelalter einen Sitz im Reichstag und konnte ihre reichsunmittelbare Stellung immer verteidigen. Gleiches gelte für ihre in kirchenrechtlicher Sicht herausgehobene und auch heute wegweisende Ausstattung mit bischofsgleichen Rechten. Da heute nur noch die Kirchengebäude bestehen, sei die Bedeutung des Damenstiftes nur noch schwer nachzuvollziehen. Die geplanten baulichen Maßnahmen sollen die zwischen 1988 und 1990 ausgegrabenen und bisher verschütteten archäologischen Befunde zugänglich machen. Beabsichtigt sei auch, die Bauteile zu einem Geviert um den Klosterhof zu verbinden, sodass die ursprünglichen Bezüge wieder erkennbar werden.

„Die Zusage, das ambitionierte Herforder Projekt mit ca. 1,6 Millionen Euro zu bezuschussen, wird dem weiteren Vorgehen in Herford deutlichen Rückenwind geben. Immerhin ist damit rund die Hälfte der Gesamtkosten in Höhe von 3,3 Millionen Euro gesichert“, so Stefan Schwartze. Der lang gehegte Wunsch, Herforder Stiftsgeschichte adäquat zu präsentieren, könne endlich in absehbarer Zeit in Erfüllung gehen.

Schwartze hatte sich darüber hinaus auch für die Förderung der anderen drei Projekte stark gemacht. Ein Engagement, das sich ausgezahlt hat: Der Bürgerbahnhof in Vlotho bekommt 45.000 Euro, die Werburg in Spenge 13.500 Euro und das Crüwell-Haus in Herford 53.500 Euro aus Mitteln des Denkmalschutz-Sonderprogramms des Bundes. Insgesamt stellt der Haushaltsausschuss des Bundestages für 204 Denkmalschutzprojekte 70,5 Millionen Euro zur Verfügung.