LandFrauenverband spendet dem Herforder Frauenhaus - Stefan Schwartze vermittelt Treffen: „Hilfreiche Unterstützung für die wichtige und notwendige Arbeit des Frauenhauses“

Stefan Schwartze, Zdravka Buettner und Landfrauen Kreis Herford
Stefan Schwartze, Zdravka Buettner und Landfrauen Kreis Herford

Kreis Herford. Über ein unerwartetes und zugleich sehr willkommenes vorweihnachtliches Geschenk kann sich das Frauenhaus Herford freuen. Bei einem Treffen mit dem LandFrauenverband, auf dessen Initiative eine Spendensammlung durchgeführt wurde, konnte gemeinsam mit dem hiesigen SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze ein symbolischer Check von über 1.000 Euro an das Frauenhaus Herford übergeben werden.

Der Verein, der sich um von Gewalt betroffene Frauen kümmert, finanziert sich durch Fördermittel des Kreises Herford, des Landes NRW, durch einen Förderverein und durch Spenden. Der erfreuliche Geldsegen soll für Renovierungsarbeiten eingesetzt werden, die nicht aus dem laufenden Etat bezahlt werden können.

Die Idee einer Spendensammlung kam den Landfrauen bei ihrer Fahrt nach Berlin. Auf Einladung von Stefan Schwartze besuchte die Gruppe den Deutschen Bundestag, Mahnmale und weitere politische und kulturelle Einrichtungen in der Bundeshauptstadt. Als Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützte Schwartze diese Idee sofort und versprach ein Treffen mit dem Frauenhaus in Herford zu organisieren.

Zdravka Buettner, im Frauenhaus Herford als Sozialpädagogin tätig, informierte die Landfrauen bei der Spendenübergabe über ihre tägliche Arbeit. Die Einrichtung bietet Platz für acht Frauen und bis zu zehn Kinder gleichzeitig. Die Frauen bleiben im Schnitt drei bis sechs Monate. Frau Buettner erklärte, dass manche Frauen mehrere Anläufe bräuchten, bis sie den Schritt ins Frauenhaus wagten. Die erste Kontaktaufnahme sei die größte Hürde und selten lange geplant, häufig jedoch eine kurzfristige Entscheidung. Viele Frauen bräuchten eine Weile, um nicht nur körperliche, sondern auch psychische Gewalt als solche zu erkennen. Es sei für die wenigsten Frauen ein einfacher Prozess einzusehen und zu erkennen, dass der Partner eine Gefahr für sie selbst oder auch für die Kinder sei.

Das Frauenhaus versteht seine Aufgabe in erster Linie darin, den Frauen einen Raum zu geben, in dem sie zur Ruhe kommen können. Außerdem helfen die Mitarbeiterinnen bei Behördengängen, Fragen zur Einkommenssituation, zur Schule/Kita für Kinder, zu Fragen des Aufenthaltsstatus‘ und anderen Dingen. „Das Frauenhaus“, so Buettner weiter, „ist keine Dauerlösung, sondern eine Hilfe zum Übergang in ein selbstbestimmtes, gewaltfreies Leben. Hilfe zur Selbsthilfe“. Die Landfrauen stellten viele detaillierte Fragen, unter anderem, welche Frauen sich an die Einrichtung wenden. „Es gibt nicht ‚den einen Typus Frau‘, der zu uns kommt, sondern es sind alle Gruppen und Schichten der Gesellschaft betroffen“, erläuterte Zdravka Buettner. Von der Ärztegattin über die Lebensgefährtin eines Beamten bis hin zur Sozialhilfeempfängerin seien alle Milieus vertreten, wobei das Alter meist zwischen 18-40 Jahren liege.

Zum Ende des Treffens wollten die Teilnehmerinnen und Stefan Schwartze vor allem wissen, welche Wünsche das Frauenhaus an sie und an die Politik hat. Für Zdravka Buettner steht klar an Nummer eins die Bitte, das Thema Gewalt dauerhaft zu thematisieren und hochzuhalten. „Die Probleme mit Gewalt an Frauen existieren nicht erst seit Köln oder werden durch Flüchtlinge importiert, sondern sie sind seit Jahrzenten in Deutschland vorhanden“, so Buettner. Außerdem gebe es insgesamt zu wenige Frauenhäuser und es sei eine bundesweit einheitliche Finanzierung notwendig. Derzeit existierten für jedes Bundesland unterschiedliche Regelungen. Der Forderung einer bundesweit einheitlichen Finanzierung schloss sich Stefan Schwartze an. „Es darf nicht sein, dass die Inanspruchnahme der Hilfe eines Frauenhauses davon abhängt, in welcher Region von Deutschland eine Frau lebt“, unterstrich Schwartze diese Forderung.

Die Landfrauen dankten Zdravka Buettner für die Beantwortung ihrer vielen Fragen und versprachen, das Thema Frauenhaus auch in Zukunft weiter zu verfolgen.

Das Frauenhaus Herford e.V. ist erreichbar über die Homepage http://www.frauenhaus-herford.de oder telefonisch unter 05221-23883