Lina-Marie Wachsmuth berichtet ihrem Bundestagspaten Stefan Schwartze von der aufregenden Zeit in Utah - Ein Jahr USA – die ungewöhnlichste Zeit ihres Lebens

Parlamentarisches Patenschaftsprogramm
Nach ihrem Aufenthalt in Amerika berichtet Lina-Marie Wachsmuth über ihre Erlebnisse

Kreis Herford/ Bad Oeynhausen. Seit gut einem Monat ist Lina-Marie Wachsmuth inzwischen wieder in Bad Oeynhausen und hat sich (fast) schon komplett in der alten Heimat eingelebt. Lediglich hier und da rutsch ihr ein englischer Ausdruck heraus oder deutsche Wörter mit kleinem amerikanischen Akzent zeugen davon, dass die junge Tischlerin die vergangenen zwölf Monate in den Vereinigten Staaten verbracht hat. „Dieses Jahr in den USA hat meine Vorstellungen für die Zukunft komplett verändert. Es war soooooo toll“, berichtete Lina-Marie ihrem Bundestagspaten Stefan Schwartze. Der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete hatte die 21jährige im vergangenen Jahr für die Teilnahme am Parlamentarischen Patenschafts-Programm zwischen dem Deutschen Bundestag und dem Amerikanischen Kongress ausgewählt. Jetzt hat er sich noch einmal mit ihr getroffen und hörte ihren begeisterten Bericht über die ungewöhnlichste Zeit ihres bisherigen Lebens.

Als Lina-Marie am 04. August 2015 in die USA aufbrach, hatte sie keine Ahnung, was sie dort erwarten würde. Ihr Ziel war die Kleinstadt Ephraim im US-Bundestaat Utah, etwas südöstlich von Salt-Lake-City. Dort sollte sie ein halbes Jahr das College besuchen und weitere sechs Monate arbeiten. Lina hatte sich im Internet über Ephraim informiert und wusste, dass sie in eine Stadt kommen würde, in der fast ausschließlich Mormonen leben. „Ich hatte schon ein bisschen Angst davor, wie man in einer mormonischen Familie leben würde. Aber alle Sorge erwies sich als unbegründet. Meine Gasteltern und die beiden kleinen Söhne haben mir ein wunderbares Zuhause gegeben. Sie waren alle sehr sportlich, achteten auf gesunde Ernährung, die Türen waren immer offen und man fühlte sich sehr willkommen. Ich habe viel Glück mit meiner Familie gehabt und mich rundum wohlgefühlt“, erinnert sich Lina gerne an die schöne Zeit zurück.

Auch ihre College-Zeit hat Lina-Marie als sehr positiv empfunden. Nicht ganz unschuldig daran war sicherlich die Tatsache, dass ihr Gastvater College-Koordinator war und auch ihre Gastmutter dort unterrichtete. Die sehr internationale Ausrichtung der Schule bescherte der aufgeschlossenen jungen Deutschen außerdem schnell einen recht bunten Freundeskreis, vor allem aus Lateinamerika. Sie freundete sich außerdem mit Lisa aus Nürnberg an, einer weiteren PPP-Stipendiatin, die ebenfalls in Ephraim wohnte und mit der sie viel gemeinsam unternahm. Die englische Sprache – eigentlich nicht gerade Linas Lieblingsfach in zurückliegenden Schulzeiten  – hat die Stipendiatin aus Bad Oeynhausen im Handumdrehen gelernt und sagt: „Es war gut, komplett ins kalte Wasser geworfen zu werden!“

Besonders spannend wurde es für Lina-Marie in der beruflich orientierten Phase ihres Amerikaaufenthalts. Von Januar bis Juni dieses Jahres arbeitet sie als Pre-School-Lehrerin mit 5 behinderten Kindern, also nicht in ihrem eigentlichen Beruf als Tischlerin, den sie im Wittekindshof gelernt hat. Diese neue Berufserfahrung hat sie zutiefst beeindruckt und die Wünsche an ihre berufliche Zukunft komplett auf den Kopf gestellt. „Ich will jetzt unbedingt etwas mit Kindern machen, gerne mit Kindern mit Behinderungen.“

In den USA hat Lina Besuch von Ihren Eltern und ihrem Freund bekommen. Selbstverständlich hat sie ihnen die Sehenswürdigkeiten gezeigt, war mit ihren Eltern in einigen Nationalparks und mit ihrem Vater in Las Vegas. Für Lina ist die Retortenstadt in der Wüste Nevadas „ein bunter Lichterfleck in der Mitte von gar nichts. Man hat immer den Eindruck, man finde den Ausgang nicht mehr.“ In Las Vegas hat sie aber auch erst kürzlich eine Woche als Tischlerin gearbeitet und beim Aufbau des „Eletronic Daisy Carnival“, einem riesigen Fest für elektronische Tanzmusik, geholfen. „Das war sechs Wochen vor meiner Abreise nach Deutschland. Sozusagen ein großes Finale – unglaublich“, kann sich Lina-Marie einer gewissen Faszination, die Las Vegas ausstrahlt, nicht entziehen.

Kaum in die Heimat zurückgekehrt, hat die 21jährige schon Kontakt zu Behinderteneinrichtungen aufgenommen und arbeitet bereits in diesem Bereich. Sie kann sich aber auch so etwas wie „Integrationshelferin“ vorstellen. Und – da viele ihrer neuen Freunde aus Lateinamerika (Panama, Nicaragua, Mexiko etc.) stammen – hat sie sich noch ein weiteres Ziel gesetzt: Sie wird bei der VHS Spanisch lernen. Dann kann sie demnächst ihre Freunde in deren Muttersprache überraschen.

Stefan Schwartze zeigte sich beeindruckt von den tiefgreifenden, positiven Veränderungen in Lina-Maries Leben, die das Parlaments-Stipendium ausgelöst hat: „Da hat sich offenbar richtig etwas entwickelt. Du bist viel weltoffener geworden. Das ist toll und ich wünsche dir für alles, was du dir vorgenommen hast, ganz viel Erfolg!“ Sowohl Schwartze als auch Lina-Marie möchten junge Berufstätige, aber auch Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis Herford und der Stadt Bad Oeynhausen zur Teilnahme am Parlamentarischen Patenschaftsprogramm ermuntern. „Das ist ein einmaliges Erlebnis und eine Riesenchance für jeden, der die Möglichkeit bekommt daran teilzunehmen“, so Lina zum Schluss ihres Besuchs bei Stefan Schwartze, dem sie eine Salzprobe aus dem Great Salt Lake und einen Pin mit dem Wappen des US-Bundesstaats Utah mitgebracht hatte. Nähere Infos zum PPP gibt es auf der Internet-Seite des Deutschen Bundestags unter www.bundestag.de/ppp.