„Wichtige Anregung für meine Arbeit in Berlin“

Junger Rat für Schwartze: Stefan Schwartze mit Schülerinnen und Schülern des Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg
Junger Rat für Schwartze: Stefan Schwartze mit Schülerinnen und Schülern des Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg

Bad Oeynhausen. Wie wird man Bundestagsabgeordneter, wie sieht sein Arbeitsalltag aus, welche Arbeitsschwerpunkte hat er? Diese und ähnliche Fragen wollten 25 junge Kaufleute für Büro-Management des Freiherr-vom-Stein-Berufskollegs von Stefan Schwartze bei einer weiteren Gesprächsrunde seines Schulprojektes „Junger Rat für Schwartze“ beantwortet haben. Sie diskutierten mit dem heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten aber auch über gleichen Lohn für gleiche Arbeit, die heimische Ausbildungsplatzsituation und die Zukunft der Rente, eine Thematik, über die sich offenbar junge Leute bereits Gedanken machen.

Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen beträgt im Bundesdurchschnitt 22 Prozent, im selben Beruf mit derselben Ausbildung immerhin noch 8 Prozent, berichtete Schwartze der überraschten Klasse. „Das passt nun wirklich nicht in unsere Zeit und gehört abgeschafft“, so der Bundestagsabgeordnete. Sorgen machen ihm die fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten in seinem Wahlkreis. Auf 100 Schulabgänger jährlich kommen aktuell 61 Ausbildungsplätze, damit rangiere der Kreis Herford bundesweit ganz am Ende der Statistik. „Wir müssen dafür sorgen, dass jeder junge Mensch ein Chance bekommt: Ohne Schulabschluss, ohne Ausbildung und ohne Ausbildungsplatz ist kein selbstbestimmtes Leben möglich“, so Schwartze.

Die Lebenserwartung steigt, es werden zu wenige Kinder geboren – auf diesen einfachen Nenner kann man die Problematik der Altersversorgung bringen. Schwartze verdeutlichte den Berufsschülern, die Dauer von Rentenbezügen ist in den vergangenen Jahrzehnten auf durchschnittlich 18 Jahre gestiegen. Zur Zeit und in den kommenden Jahren gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente, die Zahl der Rentenbezieher steigt. „Wir müssen das Rentenniveau stabilisieren und langfristig anheben. Und wir brauchen eine solidarische Rente für Menschen, die in ihrem Arbeitsleben Brüche hatten und dadurch im Rentenalter in die sogenannte Grundsicherung kommen“. Die Reform der Rentenversicherung sei gerade großes Thema in Berlin.

„Diese Gesprächsrunden sind immer wieder sehr spannend und für meine Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter wichtig. Ich nehme viele Anregungen davon für meine Arbeit in Berlin mit“, dankte Stefan Schwartze den jungen Bürokaufleuten für das erste Gespräch, das mit einem zweiten Treffen Anfang kommenden Jahres fortgesetzt werden soll. Die Klasse wird sich bis dahin im Politik-Unterricht auf konkrete Diskussionsthemen vorbereiten. Im Frühsommer wird Schwartze die Schülerinnen und Schüler dann in Berlin zu einem Bundestagsbesuch begrüßen.