Partizipationsmöglichkeiten von Jugendlichen - Stefan Schwartze MdB stellt sich den Fragen der Schülerinnen des Anna-Siemsen Berufskollegs in Herford

Stefan Schwartze MdB im Gespräch mit den Schülerinnen des Anna-Siemsen-Berufskollegs in Herford
Stefan Schwartze MdB im Gespräch mit Schülerinnen des Anna-Siemsen-Berufskollegs

Kreis Herford. Partizipationsmöglichkeiten von Jugendlichen – dieses Thema behandelten die Schülerinnen des Anna-Siemsen-Berufskollegs im Unterricht. Um Informationen aus erster Hand zu bekommen, hatte die Schülerin Marlene Dietrich die Idee, den Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze, einzuladen.

Gespräch im Anna-Siemsen-Berufskolleg: Schülerin Marlene Dietrich hat den Termin mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze organisiert
Marlene Dietrich hat den Termin mit Stefan Schwartze organisiert

Der SPD-Bundestagsabgeordnete, der in seiner Fraktion jugendpolitischer Sprecher ist, stellte sich den Fragen der Schülerinnen gab darüber hinaus Antworten zu aktuellen politischen Themen und der Bundestagswahl. Zunächst stellte er sich der Klasse vor. „Ich komme aus Vlotho und habe dort meine Ausbildung zum Industriemechaniker gemacht. Seit 2009 bin ich Mitglied des Deutschen Bundestages. Meine Arbeitsschwerpunkte als Bundestagsabgeordneter sind der Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Petitionsausschuss.“, erklärte Stefan Schwartze.

Bei Petitionen geht es oft um ganz grundlegende Probleme. „Wir haben zum Beispiel auch aufgrund einer Vielzahl von Petition dazu das Organspenderecht geändert“, sagte Schwartze, der auch hier Sprecher der Fraktion ist.

Wie sei er eigentlich in die Politik gekommen, wollte Marlene Dietrich wissen, die das Treffen organisiert hatte. „In der Schule war ich vor allem in den Themen gut, wo man diskutieren konnte, eine gewisse Grundneugier gehört auch dazu. 1994 habe ich mir dann verschiedene Parteien angeguckt und bin in die SPD eingetreten. Damals (wie heute) beschäftigte mich ganz besonders, dass viele junge Menschen keinen Ausbildungsplatz hatten und so war ich auf der Suche nach einer politischen Heimat, in der ich mich aktiv einsetzen konnte. Diese Heimat und die größte Schnittmenge mit meinen eigenen Ideen fand ich in der SPD“, erklärte Schwartze. Seitdem hat er innerhalb der Partei viele Ämter übernommen und war bis 2009 Kreistagsmitglied. Seit 2006 ist er Vorsitzender der SPD im Kreis Herford. „Ich wurde zweimal direkt in den Deutschen Bundestag gewählt. Mein Wahlkreis umfasst den Kreis Herford und die Stadt Bad Oeynhausen. Das sind mehr als 300.000 Einwohner“, erklärte Schwartze.

Da in diesem Jahr die Bundestagswahl ansteht, wollten die Schülerinnen auch wissen, wie sich der SPD-Bundestagsabgeordnete auf den Wahlkampf vorbereitet. „Da braucht man ein Team aus vielen ehrenamtlichen Helfern,  nur offizielle Termine wahrzunehmen reicht einfach nicht aus. Inzwischen habe ich über die Jahre mehr als 10.000 Hausbesuche gemacht und im Anschluss zu Roten Grills eingeladen. Dort komme ich mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch und erfahren, was ihnen wichtig ist und wo vielleicht der Schuh drückt“, sagte Schwartze.

Eine Frage brannte den Schülerinnen allerdings noch unter den Nägeln: Warum ist Martin Schulz der richtige Kandidat? „Martin Schulz hat all die Jahre deutsche Interessen im EU-Parlament vertreten. Er verfügt über internationale Kontakte und kennt sich sehr gut mit den Themen aus, packt die Themen an und bringt sich in die Diskussion ein“, so Schwartze.

Nach dem die allgemeinen Fragen zu seiner Person und seinem Mandat gestellt waren, kamen die Schülerinnen auf die Partizipationsmöglichkeiten von Jugendlichen zu sprechen. Dabei ging es nicht nur um die Möglichkeit des politischen Engagements. „Überlegt euch, welches Thema euch wichtig ist und in welchem Bereich ihr euch engagieren wollt. Vereine, Bündnisse, Parteien, Jugendorganisationen, es gibt unterschiedlichste Gruppen vor Ort, die sich über eure Unterstützung freuen. In einigen Städten gibt es auch ein Kinder-und Jugendparlament“, erklärte Schwartze.

Grundsätzlich sei Schwartze für Volksentscheide unter klaren Regeln und Voraussetzungen. „Dafür müssen wir aber das Grundgesetz ändern, wofür wir eine zweidrittel Mehrheit benötigen. Die CDU hat dies bisher immer verhindert“, sagte Schwartze.

Sorgen machten den Schülerinnen, wie viel Einfluss sie wirklich auf Entscheidungen haben verbunden mit der Frage nach der Erreichbarkeit des Abgeordneten. „Bei Wahlen zählt jede Stimme. Die Wahlergebnisse sind immer sehr knapp. Wer mich direkt zu Themen sprechen will, kann mein Büro kontaktieren und einen Termin ausmachen. Außerdem bin ich auf Facebook und Twitter aktiv. Auf meiner Homepage gibt es aktuelle Informationen und Terminhinweise“, sagte der Bundestagsabgeordnete.

Nach 90-minütiger Diskussion mit den Schülerinnen bedankte sich Stefan Schwartze für die Einladung und die angeregte Fragerunde.