„Da muss sich die Wirtschaft an die eigene Nase fassen“ - ‚Stärkung der beruflichen Bildung‘ Thema bei Podiumsdiskussion der SPD-Bundestagsfraktion

Fraktion vor Ort - Berufliche Bildung
Fraktion vor Ort - Berufliche Bildung

Bielefeld. Perspektiven gegen Langzeitarbeitslosigkeit, eine bessere und schnellere Ausbildungsplatzvermittlung, eine Reform des Berufsbildungsgesetzes, gleiche Wertschätzung von akademischer und beruflicher Ausbildung, die Bedeutung und Auswirkungen von Industrie 4.0 auf die berufliche Aus- und Weiterbildung – diese und weitere Aspekte der beruflichen Bildung waren Schwerpunkte einer prominent besetzen Podiumsdiskussion. Dazu eingeladen hatten der SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze und sein Kollege Oliver Kaczmarek aus Unna.

Beide Abgeordnete arbeiteten maßgeblich mit am Projekt #Neue Gerechtigkeit der SPD-Bundestagsfraktion, dass langfristige Strategien zur Bewältigung der genannten Aufgaben entwickelt. Nachdem Schwartze und Kaczmarek im Vorgriff auf die Veranstaltung das Wilhelm-Normann-Berufskolleg in Herford besucht hatten, diskutierten beide mit Vertretern aus Wirtschaft, Behörden und Gewerkschaft über notwendige Reformen. Moderiert von Dr. Wiebke Esdar, Bildungsforscherin an der Universität Bielefeld, beleuchteten die Diskussionsteilnehmer sowie das Publikum die vielfachen Aspekte guter beruflicher Bildung.

„Das Thema berufliche Ausbildung begleitet mich schon seit längerem. In OWL haben wir trotz einer bundesweiten positiven Entwicklung bis heute eine schwache Ausbildungsquote“, erklärte Stefan Schwarzte.

Dr. Wiebke Esdar startete mit verschiedene Fragen an die Diskussionsrunde: Was macht eine gute Qualität der Ausbildung aus? Was können Betriebe leisten? Wie kann man Betriebe ansprechen, die bisher nicht ausbilden? Haben die Schüler klare Vorstellungen über Ausbildungsberufe?“

Für den DGB OWL steht fest, dass eine gute Ausbildung auch wirklich Ausbildung bedeuten muss. Verhindert werden muss, dass Auszubildende als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion machten auch deutlich, dass oftmals die Vorstellung der Schülerinnen und Schüler mit den eigentlichen Anforderungen und Aufgaben des Berufsbildes nicht übereinstimmen. Hier könne Schule unterstützen und zu einer zielgerichteten Lebensplanung beitragen.

„Wenn engagierte Lehrer ihre Schüler gut auf Praktika oder gar eine Ausbildung bei mir im Betrieb vorbereiten, dann sind die Erfolgschancen hoch“, so Frank Wulfmeyer, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Bielefeld.

„Wir hinterfragen ständig Strukturen und Prozesse beim Übergang Schule-Beruf und wollen sie verbessern, wo es nötig ist. Ich nehme aber auch zur Kenntnis, dass es eine funktionierende lokale Zusammenarbeit von Arbeitsagenturen und Jobcentern gibt“, sagte Schwartze.

Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer darüber, dass Qualifizierung der beste Schutz vor langfristiger Arbeitslosigkeit ist. „Darum wird es auch zukünftig notwendig sein, mit weiteren Initiativen wie beispielsweise dem Bielefelder Ausbildungsgipfel für mehr Ausbildungsplätze zu werben“ fasste Wiebke Esdar die Diskussion zusammen.

Foto: v.l. Stefan Schwartze MdB, Henning Matthes – Vorstand Jobcenter Lippe, Thomas Richter – Leiter Agentur für Arbeit Bielefeld, DGB OWL Referentin Anke Unger, Schulleiter des Wilhelm-Normann-Berufskollegs Herford Heinz-Ludwig Wehmeyer, Bildungsforscherin Dr. Wiebke Esdar, Oliver Kaczmarek MdB sowie Kreishandwerksmeister Frank Wulfmeyer. Foto: Büro Schwartze.