Europa im Herzen - Friedrich-List-Berufskolleg veranstaltet 10. EU-Projekttag

Europatag am Friedrich-List-Berufskollege
Europatag am Friedrich-List-Berufskollege

Kreis Herford. Wie sieht Europa in Zukunft aus? Welche Auswirkungen hat der Brexit? Was muss getan werden um den Frieden zu erhalten und Europa zukunftsfähig zu machen? Diese Fragen beschäftigten die Schülerinnen und Schüler am Friedrich-List-Berufskolleg. Zu ihrer Beantwortung waren erfahrene Europapolitiker und Verfechter des europäischen Gedankens im Kreishaus zusammengekommen. 

Uwe Bröking, Pulse of Europe Köln, Elmar Brok, Mitglied des Europäischen Parlaments, Dr. Ralf Hell, TEAM EUROPE Deutschland, Robert Peter, Masterstudent „Wirtschaftsmathematik“ an der Universität Bielefeld und Absolvent von „Europa Intensiv“, Stefan Schwartze, heimischer Bundestagsabgeordneter, standen den Schülerinnen und Schülern in Arbeitsgruppen Rede und Antwort.

Der Abgeordnete des Europäischen Parlaments Elmar Brok stellte die Vorteile aber auch die Herausforderungen von Europa in den Vordergrund. So gehörten innere und äußere Sicherheit, Digitalisierung und Globalisierung sowie Bestandsängste der Bevölkerung und der Klimawandel zu den Herausforderungen, die Nationalstaaten nicht alleine bewältigen könnten.

In der Gesprächsgruppe des heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze waren besonders die Fragen nach der Zukunft Europas und dem Brexit interessant.

„Ich mache mir Sorgen um die gemeinsamen Werte innerhalb Europas. Wir erleben ein Erstarken von EU-Gegnern und Populisten. Einige europäische Länder haben Defizite in der Meinungs- und Pressefreiheit oder gefährden die Unabhängigkeit der Justiz. Auch das Wohlstandsgefälle macht mir große Sorge. Wir müssen den Menschen in ihren Ländern eine Perspektive geben“, erklärte Stefan Schwartze.

Auch Schulleiter Ulf Kleine-Piening warb für die europäische Idee: „Eine so lange friedliche Phase in Europa gab es noch nie. Wenn es irgendwo brennt wird gesprochen und verhandelt. Die Europäische Union steht für freien Handel und den größten gemeinsamen Markt. Sie ist Interessensvertretung und ermöglicht Reisefreiheit. Die EU fördert den Austausch gerade von jungen Leuten“.  

Einig waren sich die Podiumsgäste darüber, dass Europa mehr Geld braucht. „Im Koalitionsvertrag haben wir ein dickes Kapitel zu Europa. Hier müssen wir deutlich Druck aufbauen, damit diese Zusagen eingehalten werden“, sagte Schwartze abschließend.