Letzter Termin der Ehrenamtstour im Jahr 2016 - Stefan Schwartze MdB informiert sich über ehrenamtliche Rentenberatung

Stefan Schwartze MdB und Joachim Schramm im Gespräch über die ehrenamtliche Rentenberatung

Hiddenhausen. Rentenbescheide lesen, Kontenklärung, Informationen zur Flexi-Rente oder Erwerbsminderungsrente – Joachim Schramm, ehrenamtlicher Versichertenberater, berät Menschen aus Hiddenhausen und der näheren Umgebung. In einem Gespräch mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze sprach er über seine Arbeit.

Ursprünglich kommt Schramm aus dem Bereich Krankenversicherung. „Sozialversicherungskenntnisse, Spaß am Reden, Schulungen. Als Versichertenberater muss man schon ein paar Vorkenntnisse mitbringen. Bei unserer jährlichen Schulung befassen wir uns mit neuen Gesetzen und aktuellen politischen Themen“, berichtete Schramm. Im Schnitt mache er 250 bis 300 Beratungen im Jahr. „Bei der Einführung der abschlagsfreien Rente im Alter von 63 Jahren und 45 Beitragsjahren waren es 400 Beratungen“.

„Welche Knackpunkte gibt es in den Beratungen, was beschäftigt die Menschen besonders“, fragte Schwartze gezielt nach. „Ich habe eine halbe Stunde pro Person Zeit. Da kann ich keine komplette Rentenberechnung durchführen, das würde Stunden dauern. Die meisten wollen wissen, wann sie in Rente gehen können, wollen das Konto geklärt haben oder brauchen Unterstützung bei den Schreiben der Deutschen Rentenversicherung“, erzählte der Ehrenamtler.

Früher habe er die Sprechstunden ausschließlich zu Hause abgehalten. Das wurde irgendwann zu viel. Mit der Gemeindeverwaltung Hiddenhausen bietet er nun in den Räume des Rathauses regelmäßig Sprechstunden an. „Die Terminvergabe erfolgt im Rathaus. Als ich damals meine Idee dem Rathaus per Mail mitteilte, erfolgte schon am nächsten Tag ein Anruf. Das Interesse war groß. Man wollte mehr von mir über den Ablauf und die Einbindung der Verwaltung wissen“, erinnerte sich Schramm. Die Sprechstunden sind im Rathaus terminiert.

Einige Beratungen finden nach wie vor bei Schramm zu Hause statt.

Auch beim Thema Direktversicherung sehen beide einen Handlungsbedarf. „Das Thema begleitet uns seit einigen Jahren. Betroffen sind Rentnerinnen und Rentner, die die Beiträger ihrer betrieblichen Altersvorsorge aus ihrem Nettolohn gezahlt haben. Das bedeutet, sie haben bereits Steuern und Sozialabgaben bezahlt. Nun, in der Auszahlungsphase, müssen sie jedoch erneut Krankenversicherungsbeiträge zahlen, und das empfinden viele Versicherte als ungerecht, was ich vollkommen nachempfinden kann“, so Schwartze. Das Problem sei jedoch, dass eine einfache Streichung der Regelung zu unzähligen Nebenfolgen führen würde, die das gesamte Rentensystem beträfen. „Ich befürchte, dass wir nur mit einer kompletten Überarbeitung des Rentensystems den Forderungen der Betroffenen entgegen kommen könnten, doch dazu sehe ich derzeit keine Mehrheiten“, erläuterte Schwartze die Komplexität der Materie.

Abschließend resümierte Stefan Schwartze: „Die Leistung der 2.600 ehrenamtlichen Versichertenberater kann nicht hoch genug geschätzt werden. Sie leisten über  eine Million Beratungen im Jahr, helfen bei über 200.000 Rentenanträgen und Anträgen auf Kontenklärung“.